Mehr Transparenz. Mehr Dialog. Mehr Schongau.
Mehr Transparenz. Mehr Dialog. Mehr Schongau.
Öffentlichkeitsarbeit ist vielleicht nicht das erste Thema, an das man denkt, wenn es um Kommunalpolitik geht. Es geht schließlich nicht um Straßen, Kindergärten oder den Haushalt. Und trotzdem ist sie für mich ein wichtiger Bestandteil guter Stadtpolitik.
Denn was nützt eine gute Entscheidung, wenn niemand weiß, warum sie getroffen wurde?
Was nützt ein Projekt, wenn die Bürgerinnen und Bürger erst davon erfahren, wenn die Bagger vor der Haustür stehen?
Und was bringt eine Verwaltung, die viel arbeitet, wenn die Menschen draußen davon kaum etwas mitbekommen?
Genau deshalb haben der Erste Bürgermeister Thomas Schleich und ich uns entschieden, die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Schongau neu aufzustellen.
Es geht nicht um mehr Werbung
Mir ist dabei ein Punkt besonders wichtig: Wir wollen keine Hochglanz-Werbung für die Stadt machen.
Es geht um Information.
Und zwar um Information, die verständlich, aktuell und möglichst dort ankommt, wo die Menschen sie auch tatsächlich lesen.
Die Stadt hat in den vergangenen Jahren natürlich bereits informiert. Über die Homepage, Pressemitteilungen, die örtliche Presse und verschiedene andere Wege. Aber die Medienlandschaft hat sich verändert. Heute informieren sich viele Menschen über soziale Netzwerke oder direkt über ihr Smartphone.
Deshalb reicht es aus meiner Sicht nicht mehr, Informationen einfach irgendwo bereitzustellen. Wir müssen sie auch aktiv zu den Menschen bringen.
Ein Konzept für Schongau
Ich habe deshalb ein Konzept für eine neue Öffentlichkeitsarbeit entwickelt, das wir nun Schritt für Schritt umsetzen.
Dabei geht es nicht darum, jeden Tag irgendeinen Beitrag zu veröffentlichen. Vielmehr wollen wir die Kommunikation der Stadt strukturieren und die verschiedenen Kanäle sinnvoll miteinander verbinden.
Die Homepage bleibt dabei die zentrale Informationsquelle. Dort sollen die ausführlichen Informationen zu finden sein.
Die sozialen Medien sollen dagegen stärker dazu dienen, auf aktuelle Themen aufmerksam zu machen, Zusammenhänge zu erklären und die Menschen auf die entsprechenden Informationen zu führen.
Und mit dem WhatsApp-Kanal haben wir einen weiteren direkten Weg zu den Bürgerinnen und Bürgern geschaffen.
Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach:
Die Information soll dort ankommen, wo die Menschen sind.
Vom Bauprojekt bis zum Veranstaltungshinweis
Dabei geht es um weit mehr als um politische Entscheidungen.
Baustellen, Straßensperrungen, Veranstaltungen, wichtige Termine, Projekte der Stadt, Hinweise aus dem Rathaus, Angebote für Familien oder Senioren – all das gehört zu einer guten städtischen Kommunikation.
Auch Pressemitteilungen werden weiterhin ein wichtiger Bestandteil bleiben.
Der Unterschied soll sein, dass die verschiedenen Informationen künftig stärker zusammenspielen.
Eine Pressemitteilung muss nicht nur an die Zeitung gehen. Sie kann gleichzeitig auf der Homepage erscheinen, über die sozialen Medien verbreitet und – wenn es sinnvoll ist – über WhatsApp angekündigt werden.
So entsteht aus einer Information nicht einfach ein einzelner Beitrag, sondern eine zusammenhängende Kommunikation.
Warum mache ich das ehrenamtlich?
Vielleicht fragen sich manche: Warum macht das eigentlich der zweite Bürgermeister?
Die Antwort ist relativ einfach: Weil ich davon überzeugt bin, dass wir hier etwas verbessern können.
Ich beschäftige mich schon lange mit Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Deshalb habe ich das Konzept entwickelt und werde auch die Umsetzung ehrenamtlich begleiten.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass ich die Arbeit der Verwaltung ersetzen möchte. Im Gegenteil. Die Informationen entstehen in den jeweiligen Fachbereichen. Dort liegt das Wissen und die Verantwortung.
Meine Aufgabe sehe ich vor allem darin, diese Informationen zusammenzuführen, verständlich aufzubereiten und über die verschiedenen Kanäle auszuspielen.
Natürlich kostet das Zeit. Und davon habe ich als zweiter Bürgermeister ohnehin nicht unbegrenzt viel.
Aber ich halte diese Aufgabe für wichtig genug, um sie zusätzlich zu meinem eigentlichen Ehrenamt zu übernehmen.
Kommunikation ist keine Einbahnstraße
Eine moderne Öffentlichkeitsarbeit darf für mich auch nicht nur bedeuten: Die Stadt informiert und die Bürger lesen.
Kommunikation funktioniert in beide Richtungen.
Natürlich können wir nicht jede Anregung sofort umsetzen. Nicht jede Forderung ist finanzierbar und nicht jede Meinung kann zu einer politischen Entscheidung werden.
Aber die Menschen sollen die Möglichkeit haben, ihre Meinung zu sagen, Fragen zu stellen und Rückmeldungen zu geben.
Das ist für mich gelebter Dialog.
Und manchmal ist es auch völlig in Ordnung, wenn die Antwort lautet: „Das können wir momentan nicht umsetzen.“
Wichtig ist, dass man es erklärt.
Mehr Transparenz. Mehr Dialog. Mehr Schongau.
Ich möchte deshalb, dass wir mit der neuen Öffentlichkeitsarbeit einen anderen Weg einschlagen.
Nicht lauter.
Nicht bunter.
Nicht werblicher.
Sondern besser.
Besser erklärt.
Besser erreichbar.
Besser miteinander verbunden.
Ich glaube, dass gerade auf kommunaler Ebene Transparenz besonders wichtig ist. Die Entscheidungen, die im Rathaus und im Stadtrat getroffen werden, haben unmittelbare Auswirkungen auf unseren Alltag.
Ob es um einen neuen Kindergarten geht, eine Straßensanierung, die Finanzen der Stadt, die Stadtmauer, unsere Bäder oder ganz alltägliche Dinge geht – die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, was passiert.
Und sie haben auch das Recht darauf, dass man ihnen Dinge so erklärt, dass sie sie verstehen können.
Das ist mein Anspruch an diese neue Öffentlichkeitsarbeit.
Mehr Transparenz. Mehr Dialog. Mehr Schongau.
Ich bin gespannt, wie sich das Ganze entwickelt. Und genauso gespannt bin ich auf die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft.
Denn am Ende soll es nicht meine Öffentlichkeitsarbeit sein.
Es soll die Öffentlichkeitsarbeit unserer Stadt sein.
Euer
Hans Rehbehn







