Aus dem Stadtrat: Sanierung der Stadtpfarrkirche

Hans Rehbehn • 25. März 2026

Sanierung der Stadtpfarrkirche – Unterstützung mit Augenmaß

In der heutigen Stadtratssitzung (24.03.2026) ging es um ein Thema, das viele Menschen in Schongau berührt: die geplante Sanierung der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Für mich ist ganz klar: Diese Kirche ist weit mehr als nur ein Gebäude. Sie prägt seit Jahrhunderten das Bild unserer Altstadt, sie ist ein Ort der Begegnung, des Glaubens und des Innehaltens. Für viele Menschen ist sie eng mit persönlichen Lebensmomenten verbunden – Taufen, Hochzeiten, Abschiede. Sie ist Teil unserer Identität, Teil dessen, was Schongau ausmacht.
Gerade deshalb ist die Sanierung nicht nur eine bauliche Maßnahme, sondern auch eine Investition in unsere Geschichte, in unsere Gemeinschaft und in das, was unsere Stadt zusammenhält. Umso wichtiger war mir, dass wir als Stadtrat heute eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen.

Zwischen Verantwortung und Möglichkeiten
Der Antrag der Kirchenstiftung auf einen Zuschuss in Höhe von 115.000 Euro ist nachvollziehbar. Gleichzeitig stehen wir als Stadt vor einer angespannten Haushaltslage. Für eine solche Förderung sind im aktuellen Haushalt keine Mittel eingeplant. Das hat der Bürgermeister in der Sitzung auch klar betont und auf eigene städtische Projekte – wie beispielsweise St. Anna – verwiesen.
Umso mehr hätte ich mir eine offene und gemeinsame Diskussion im Stadtrat gewünscht. Leider haben sich andere Fraktionen an der inhaltlichen Debatte nicht beteiligt.

Unser Vorschlag: Unterstützung mit Augenmaß
Für uns als CSU-Fraktion war klar: Ein einfaches Ja oder Nein wird diesem Thema nicht gerecht.
Deshalb haben wir folgenden Vorschlag eingebracht:
Wir wollten zunächst 50 % des beantragten Zuschusses bereitstellen. Die Finanzierung sollte – sofern möglich – über bessere Steuereinnahmen oder eine moderate Entnahme aus der Rücklage erfolgen. Die zweite Hälfte des Zuschusses wollten wir ausdrücklich nicht ausschließen, sondern – wenn es die Haushaltslage zulässt – im Jahr 2027 erneut beraten.
Dieser Vorschlag war aus meiner Sicht ein fairer und verantwortungsvoller Weg. Er hätte gezeigt, dass wir die Bedeutung der Stadtpfarrkirche anerkennen und bereit sind zu helfen – ohne dabei die finanzielle Situation der Stadt aus den Augen zu verlieren.

Das Ergebnis der Sitzung
Der ursprüngliche Antrag auf einen Zuschuss in Höhe von 115.000 Euro wurde – gegen die Stimmen der CSU-Fraktion – abgelehnt.
Auch unser Kompromissvorschlag fand leider keine Mehrheit und wurde ebenfalls gegen unsere fünf Stimmen zurückgewiesen.

Mein persönliches Fazit
Ich halte diese Entscheidung für bedauerlich.
Gerade bei einem Projekt mit dieser Bedeutung für unsere Stadt hätte ich mir mehr Bereitschaft gewünscht, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die Stadtpfarrkirche ist kein beliebiges Gebäude – sie ist ein Stück Schongau. Sie steht für Geschichte, für Zusammenhalt und für das, was unsere Stadt im Kern ausmacht.

Natürlich müssen wir verantwortungsvoll mit unseren Finanzen umgehen. Aber Verantwortung bedeutet für mich auch, Wege zu finden, wie wir wichtige Projekte zumindest teilweise unterstützen können.

Mit unserem Vorschlag hätten wir genau das getan: Hilfe leisten – aber mit Augenmaß.
Diese Möglichkeit wurde heute leider nicht genutzt.
Euer
Hans Rehbehn


von Hans Rehbehn 2. April 2026
Es gibt diese Tage, an denen man merkt: Heute wird es anders. Nicht schlechter – aber anders als geplant. Der Halbmarathon in Frankfurt war für mich genau so ein Tag. Eigentlich hatte ich mir das alles sauber zurechtgelegt. Rechtzeitig ankommen, in Ruhe einlaufen, die gewohnte Routine. Ein bisschen Spannung, ein bisschen Vorfreude – so, wie man es kennt. Und dann stehe ich auf der Autobahn. Stau. Nichts geht mehr. Die Uhr läuft, und mit ihr verschwindet Stück für Stück mein Zeitplan. Als ich schließlich in Frankfurt am Fußballstadion ankomme, ist klar: Das Einlaufen kann ich vergessen. Direkt in den Startbereich, direkt in die Realität dieses Tages. Kurz habe ich mich geärgert – und es dann sein lassen. Es hilft ja nichts. Der Start selbst war dann genau so, wie man es sich in so einem großen Feld vorstellt – nur vielleicht noch einen Tick intensiver. Eng, hektisch, teilweise rücksichtslos. Es wurde geschoben, gezogen, überholt. Ich hatte das Gefühl, einige wollten den Halbmarathon tatsächlich schon auf den ersten Metern entscheiden. Da gilt es, ruhig zu bleiben. Seinen eigenen Rhythmus zu finden, auch wenn das gar nicht so einfach ist. Und genau da ist mir vermutlich der erste kleine Fehler passiert. Das Feld war schnell, sehr schnell sogar, und ich habe mich ein Stück weit mitziehen lassen. Es lief gut, fast zu gut. Im Nachhinein würde ich sagen: Die erste Hälfte war einfach etwas zu flott. Frankfurt selbst hat dabei alles geboten, was so ein Lauf braucht. Die Strecke am Main entlang, die Skyline im Blick, Zuschauer, die einen tragen. Aber irgendwann wird es stiller – nicht außen, sondern innen. Ab Kilometer zehn beginnt dieser Teil des Laufs, in dem man nicht mehr gegen die Strecke läuft, sondern mit sich selbst beschäftigt ist. Ich habe versucht, den Rhythmus wieder zu finden, mich einzufangen. Nicht mehr treiben lassen, sondern bewusst laufen. Das gelingt mal besser, mal schlechter. Aber es war in Ordnung. In der zweiten Hälfte war dann klar: Jetzt geht es nicht mehr darum, schneller zu werden. Jetzt geht es darum, das Tempo zu halten. Dranzubleiben. Und genau das habe ich mir vorgenommen. Gefühlt ist mir das auch gelungen. Wenn man später auf die Zahlen schaut, sieht man: Es ist ein kleines bisschen langsamer geworden. Aber das gehört dazu. Zumal sich dann auch noch der Gegenwind bemerkbar gemacht hat. Nichts Dramatisches, aber genau so viel, dass man ihn spürt. Jeder Schritt kostet ein wenig mehr Kraft. Ab Kilometer 15 wird es dann ehrlich. Das ist der Punkt, an dem sich entscheidet, ob man den Lauf sauber ins Ziel bringt. Ich habe nicht mehr viel nachgedacht, habe mich an andere Läufer gehängt, Schritt für Schritt. Einfach weiterlaufen. Und dann kommt irgendwann dieser Moment, den man nicht wirklich beschreiben kann: der Einlauf ins Stadion. Man weiß, jetzt ist es geschafft. Noch einmal alles mobilisieren, die letzten Meter mitnehmen – und dann ist man im Ziel. Die Uhr bleibt bei 1:40:20 stehen. Nicht ganz die Zeit, die ich mir erhofft hatte. Aber wenn ich den Lauf Revue passieren lasse, dann ist das für mich absolut in Ordnung. Die Bedingungen waren, wie sie waren. Und ich habe das Beste daraus gemacht. Was mir von diesem Tag bleibt, ist weniger die Zeit als das Gefühl. Dieser Lauf war nicht perfekt. Die Vorbereitung vor Ort lief nicht wie geplant, der Start war hektisch, die erste Hälfte zu schnell, die zweite ein Stück Arbeit. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – war es ein guter Lauf. Weil er ehrlich war. Es läuft eben nicht immer alles nach Plan. Weder beim Laufen noch im Leben. Entscheidend ist, dass man dranbleibt, sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und den eigenen Weg findet. Und am Ende zählt genau das: Ich bin ins Ziel gekommen. Auf meine Art. Hans Rehbehn
von Hans Rehbehn 24. März 2026
Die Diskussion um die Kindergarten-Gebühren bewegt derzeit viele Familien in Schongau. Das ist verständlich. Kinderbetreuung betrifft den Alltag vieler Menschen unmittelbar. Gleichzeitig ist der Bereich der Kindertageseinrichtungen einer der größten Posten im städtischen Haushalt. Deshalb lohnt es sich, die Entwicklung der letzten Jahre ruhig und transparent nachzuzeichnen – und auch kritisch zu fragen, wie es zu manchen Entscheidungen gekommen ist. Ein Blick zurück: Deutliche Gebührenerhöhungen seit 2024 Seit 2024 gab es mehrere Anpassungen der Elternbeiträge in Schongau. Zum 1. Januar 2024 wurden die Gebühren um 25 % erhöht. Hintergrund waren stark gestiegene Personal-, Energie- und Sachkosten in den Einrichtungen. Zum 1. Januar 2025 folgte eine weitere Erhöhung um 25 %. Im Herbst 2025 kam noch einmal eine Anpassung um 5 % hinzu. Diese Schritte waren für viele Familien spürbar. Gleichzeitig wurde damit versucht, zumindest einen Teil der steigenden Betriebskosten abzudecken. Denn eines muss man klar sagen: Der Bereich der Kindertageseinrichtungen verursacht in Schongau ein jährliches Defizit von rund drei Millionen Euro. Dieses Defizit wird aus allgemeinen Steuermitteln gedeckt – also von allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt. Der Beschluss vom November 2025 Im November 2025 stand der Stadtrat erneut vor einer schwierigen Situation. Die Haushaltslage der Stadt war äußerst angespannt. Gleichzeitig war unklar, wie sich staatliche Förderungen entwickeln würden. In dieser Situation brachte die Verwaltung einen Vorschlag ein: Die Regelgebühren im Kindergartenbereich sollten ab Herbst 2026 um 10 % erhöht werden. Die Krippengebühren sollten zunächst unverändert bleiben. Die CSU-Fraktion – und auch ich persönlich – haben dieser 10-prozentigen Erhöhung nicht zugestimmt, weil wir eine so deutliche zusätzliche Belastung für Familien kritisch gesehen haben. Am Ende wurde der Beschluss dennoch gefasst – allerdings unter einem wichtigen Vorbehalt: Sollte sich die Haushaltslage oder die staatliche Förderung verbessern, sollte die Entscheidung noch einmal überprüft werden. Was wäre ohne diesen Beschluss passiert? Ein Punkt geht in der aktuellen Diskussion häufig unter. Ohne den Beschluss vom November 2025 hätte schlicht die satzungsgemäße automatische Erhöhung von 5 % für alle Kita-Bereiche gegriffen. Also auch für die Krippen. Das wäre vermutlich ohne größere öffentliche Diskussion passiert. Der damalige Beschluss hat daher eine neue Situation geschaffen: Er eröffnete die Möglichkeit, die Gebührenentwicklung später noch einmal differenziert zu betrachten. Die neue Entscheidung 2026 Inzwischen hat sich eine wichtige Rahmenbedingung verändert. Der Freistaat Bayern hat die Betriebskostenförderung erhöht. Für die Schongauer Einrichtungen bedeutet das rund 160.000 Euro zusätzliche Mittel. Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung einen neuen Vorschlag gemacht – und der Stadtrat ist diesem gefolgt: • Die ursprünglich geplante 10-%-Erhöhung wird auf 5 % reduziert • Die Krippengebühren bleiben unverändert • Erst ab dem Kindergartenjahr 2027/2028 soll wieder eine regelmäßige Anpassung erfolgen Damit ist die aktuelle Entscheidung moderater als die ursprüngliche Planung. Verantwortung für Familien – und für Steuergelder Als Stadtrat muss man immer zwei Perspektiven zusammenbringen. Auf der einen Seite stehen die Familien, die steigende Lebenshaltungs-, Energie- und Wohnkosten spüren. Auf der anderen Seite steht die Verantwortung für den gesamten Haushalt der Stadt. Drei Millionen Euro jährliches Defizit im Kita-Bereich sind eine enorme Summe. Gleichzeitig steigen die Kosten weiter – allein für dieses Jahr steht eine Lohnsteigerung von rund 5,8 % im Raum. Es wäre politisch einfach, jede Gebührendiskussion zu vermeiden. Aber das würde die finanziellen Probleme nur in die Zukunft verschieben. Warum wollte die Verwaltung im November 2025 eine 10-%-Erhöhung? Diese Frage gehört ebenfalls zur Transparenz. Rückblickend muss man sagen: Der Vorschlag der Verwaltung stand stark unter dem Eindruck der damaligen Haushaltsdebatte. Die finanzielle Lage der Stadt war unsicher, mehrere Einnahmenentwicklungen waren unklar. In dieser Situation wollte man offenbar frühzeitig Planungssicherheit schaffen. Heute, mit etwas Abstand, kann man aber auch kritisch fragen: War die vorgeschlagene 10-%-Erhöhung zu diesem Zeitpunkt notwendig? Die inzwischen höheren staatlichen Fördermittel zeigen, dass sich Rahmenbedingungen durchaus noch verändern können. Vielleicht wäre damals auch ein vorsichtigerer Schritt möglich gewesen. Warum es in der Sitzung keine Wortmeldungen gab Ein weiterer Kritikpunkt war, dass es in der Sitzung keine Wortbeiträge gegeben habe. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass die Anliegen der Eltern ignoriert wurden. Im ausführlichen Sachvortrag der Verwaltung wurden alle wesentlichen Punkte – Haushaltslage, Fördermittel, Gebührenstruktur und Alternativen – bereits sehr detailliert dargestellt. Weitere Wortmeldungen hätten inhaltlich kaum Neues gebracht, sondern vor allem Wiederholungen bedeutet. Manchmal zeigt sich Einigkeit im Gremium auch darin, dass nach einer umfassenden Darstellung keine langen Redebeiträge mehr notwendig sind. Politik besteht aus Abwägungen Die Diskussion um Kindergarten-Gebühren wird auch in Zukunft nicht einfach sein. Frühkindliche Bildung ist eine gesellschaftliche Aufgabe – aber sie kostet auch Geld. Deshalb wird es immer wieder darum gehen, eine Balance zu finden: • zwischen Familien und kommunalem Haushalt • zwischen Qualität der Betreuung und finanzieller Belastung • zwischen kurzfristiger Entlastung und langfristiger Stabilität Der aktuelle Beschluss ist aus meiner Sicht ein Versuch, genau diese Balance zu halten. Er ist nicht perfekt. Aber er ist ein Schritt mit Augenmaß. Und genau darum sollte es in der Kommunalpolitik gehen. Hans Rehbehn
von Hans Rehbehn 28. Februar 2026
Je näher die Wahl rückt, desto lauter wird es. Forderungen werden zugespitzt, Unterschiede betont, Erwartungen geweckt. Das gehört zu einem Wahlkampf dazu. Und doch stelle ich mir gerade jetzt eine einfache Frage: Was braucht unsere Stadt – und was braucht unser Landkreis – in dieser Zeit wirklich? Meine Antwort ist klar: Erfahrung. Nicht als Selbstzweck. Nicht als Ausrede für Stillstand. Sondern als Grundlage für verlässliche Entscheidungen. Erfahrung heißt nicht: Alles beim Alten lassen Manchmal wird Erfahrung mit Beharrung verwechselt. Ich sehe das anders. Erfahrung bedeutet: • Abläufe zu kennen, • Zusammenhänge zu verstehen, • Folgen von Entscheidungen abschätzen zu können, • Risiken früh zu erkennen. Wer Verwaltung, Haushaltsstrukturen und Entscheidungsprozesse kennt, weiß: Nicht jede gute Idee ist automatisch umsetzbar. Und nicht jede schnelle Lösung hält langfristig stand. Erfahrung hilft, zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu unterscheiden. Fehler vermeiden ist auch Fortschritt In der Kommunalpolitik geht es nicht um Ideologie, sondern um konkrete Auswirkungen. Eine falsche Entscheidung beim Haushalt, bei Infrastruktur oder bei langfristigen Verträgen wirkt oft über Jahre nach. Erfahrung bedeutet deshalb auch: Fehler vermeiden, bevor sie teuer werden. Das klingt unspektakulär. Ist aber in Wahrheit verantwortungsvolle Politik. Stadt und Landkreis zusammendenken Ich kandidiere für den Stadtrat in Schongau und für den Kreistag im Landkreis Weilheim-Schongau, weil ich überzeugt bin, dass beide Ebenen zusammengehören. Viele Entscheidungen, die in Schongau spürbar werden, fallen auf Kreisebene – bei Schulen, Mobilität, Sozialem oder Gesundheitsversorgung. Erfahrung hilft hier besonders: Ich weiß, wie die Strukturen ineinandergreifen. Ich weiß, wo Spielräume liegen – und wo Grenzen sind. Und ich weiß, dass gute Lösungen selten laut entstehen, sondern im Dialog und mit Geduld. Gerade jetzt braucht es Verlässlichkeit Wir leben in einer Zeit, in der vieles schneller geworden ist – auch die Erwartung an Politik. Doch kommunale Entscheidungen brauchen Sorgfalt. Ich verspreche keine spektakulären Wendungen. Ich verspreche keine einfachen Antworten auf komplexe Fragen. Aber ich verspreche Verlässlichkeit, Sachlichkeit und einen klaren Blick auf das Machbare. Erfahrung bedeutet für mich: • ruhig bleiben, wenn es hektisch wird, • erklären, wenn es kompliziert wird, • Verantwortung übernehmen, wenn Entscheidungen anstehen. Mein persönlicher Antrieb Ich kandidiere nicht, weil ich etwas ausprobieren möchte. Ich kandidiere, weil ich Verantwortung ernst nehme. Erfahrung ist kein Titel. Sie ist ein Werkzeug. Und ich möchte dieses Werkzeug weiterhin für Schongau und unseren Landkreis einsetzen. Gerade jetzt. Herzliche Grüße Hans Rehbehn Kandidat für den Stadtrat Schongau und den Kreistag Weilheim-Schongau
von Hans Rehbehn 19. Februar 2026
Am 8. März entscheiden wir bei der Kommunalwahl darüber, wer in den kommenden Jahren Verantwortung für unsere Stadt und unseren Landkreis übernimmt. Für viele klingt das selbstverständlich – für manche vielleicht auch nebensächlich. Doch genau hier möchte ich klar sagen: Nichtwählen ist keine Option. Kommunalwahl heißt: Mitentscheiden, wer vor Ort Verantwortung trägt Bei kaum einer anderen Wahl ist der Einfluss der eigenen Stimme so unmittelbar spürbar wie bei der Kommunalwahl. Hier geht es nicht um ferne Ebenen, sondern um ganz konkrete Fragen unseres Alltags: • Wie entwickeln sich unsere Städte und Gemeinden? • Wie wird mit Steuergeld umgegangen? • Wie gut sind Schulen, Vereine, Mobilität und soziale Angebote aufgestellt? • Wer vertritt unsere Interessen im Stadtrat und im Kreistag? Bei der Kommunalwahl haben Sie die Möglichkeit, Menschen direkt zu wählen, nicht nur Parteien. Menschen, die Sie kennen. Menschen, die ansprechbar sind. Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen. Das ist ein großes Privileg. Wählen gehen ist ein Ausdruck von Demokratie – und keine Selbstverständlichkeit Wir dürfen wählen. Das klingt banal – ist es aber nicht. In vielen Ländern dieser Welt ist das keine Selbstverständlichkeit. Dort entscheiden wenige über viele. Hier haben wir die Möglichkeit, unsere Vertreter selbst zu bestimmen. Diese Möglichkeit nicht zu nutzen, schwächt unsere Demokratie. Demokratie lebt von Beteiligung. Und sie lebt davon, dass möglichst viele ihre Stimme einbringen – nicht nur die lautesten oder extremsten Gruppen. Nichtwählen stärkt die Ränder Ein unbequemer, aber wichtiger Punkt: Wenn viele nicht wählen gehen, gewinnen nicht „die Vernünftigen“ automatisch an Einfluss – sondern oft die Ränder. Je geringer die Wahlbeteiligung, desto stärker wirken Stimmen, die polarisieren, vereinfachen oder spalten. Wer demokratische Mitte, Ausgleich und Sachlichkeit will, sollte deshalb seine Stimme nutzen.Nicht aus Angst – sondern aus Verantwortung. Briefwahl: Eine einfache Alternative Wer am Wahltag verhindert ist oder den Gang ins Wahllokal vermeiden möchte, hat mit der Briefwahl eine einfache und sichere Möglichkeit, seine Stimme abzugeben. Briefwahl ist: • unkompliziert, • rechtzeitig planbar, • und genauso gültig wie die Stimmabgabe im Wahllokal. Nutzen Sie diese Möglichkeit, wenn Sie am 8. März nicht persönlich wählen können. Warum mir das persönlich wichtig ist Ich kandidiere für den Stadtrat in Schongau und für den Kreistag Weilheim-Schongau, weil ich an die kommunale Demokratie glaube. An das Gespräch. An die Verantwortung vor Ort. Und an Entscheidungen, die erklärt werden müssen. Aber egal, wen Sie wählen: Gehen Sie wählen. Denn jede Stimme zählt. Nicht abstrakt – sondern ganz konkret hier bei uns. Mein Appell Nutzen Sie Ihr Wahlrecht. Gehen Sie ins Wahllokal oder wählen Sie per Brief. Beteiligen Sie sich. Demokratie lebt davon, dass wir sie nutzen. Und die Kommunalwahl ist der direkteste Ausdruck davon. Ihr Hans Rehbehn Kandidat für den Stadtrat Schongau Listenplatz 3 und den Kreistag Weilheim-Schongau Listenplatz 53
von Hans Rehbehn 10. Februar 2026
In Schongau gibt es Regeln. Keine spektakulären, keine besonders komplizierten. Sondern solche, die das Zusammenleben ordnen und den Wettbewerb fair halten sollen. Auch für die Wahlplakatierung ist das so. Die Vorgaben sind klar: Plakate in DIN A1, aufgehängt an der Straßenbeleuchtung, keine Befestigung an Bäumen, keine A0-Formate, keine Plakate in unmittelbarer Nähe der Wahllokale. Alles geregelt, alles bekannt. Und genau deshalb halten sich die meisten daran. Still, sachlich, ohne großes Aufheben. Wahlkampf eben. Doch dann gibt es diese andere Beobachtung. Plötzlich tauchen im Stadtgebiet A0-Plakate auf. Dreiecksaufsteller schmiegen sich dekorativ um Bäume. Plakate hängen dort, wo bald gewählt wird – sehr nah, sehr präsent. Man fragt sich unwillkürlich: Ist das Unkenntnis? Oder Kalkül? Noch interessanter als die Plakate selbst ist allerdings etwas anderes: die Reaktion – oder besser gesagt: das Ausbleiben einer Reaktion. Denn die Stadt sieht es. Sie weiß es. Und sie lässt es gewähren. Vielleicht, weil hier eine „Schongauer Persönlichkeit“ plakatiert wird. Ein bekanntes Gesicht, ein Name mit Geschichte, einer von hier. Da fällt das Einschreiten offenbar schwerer. Schongau ist überschaubar, man kennt sich, man will keinen Streit. So wird aus dem Wegschauen langsam eine Haltung. Leise, aber deutlich. Dabei zeigt ein Blick über den Tellerrand, dass es auch anders geht. Und zwar ganz ohne Drama. In Vaterstetten etwa sorgten übergroße Wahlplakate einer Bürgermeisterkandidatin für Diskussionen. Während alle anderen mit DIN A1 warben, hingen bei ihr DIN A0-Plakate. Der Hinweis, man habe von keinen Vorgaben gewusst, half wenig. Der Bauhof rückte an und entfernte die Plakate. Auch jene besonders kreative Variante, bei der ein A0-Plakat kurzerhand in der Mitte durchgeschnitten und mit Kabelbindern als zwei A1 ausgegeben wurde. Die Begründung der Gemeinde war nüchtern: Kein Antrag. Keine Genehmigung. Keine Ausnahme. So unspektakulär kann Gleichbehandlung sein. Zurück nach Schongau. Hier entsteht der Eindruck, Regeln seien weniger verbindlich, wenn das Gesicht auf dem Plakat bekannt genug ist. Dass man lieber beide Augen zudrückt, als sich an die eigenen Vorgaben zu erinnern. Entscheidend dabei ist aber die Farbe! Denn bei anderen Farben wird sehr wohl hingeschaut und abgestellt. Hier scheint es wieder für eine Gruppierung Sonderrechte zu geben. Am Ende geht es nicht um Plakatgrößen, Laternen oder Kabelbinder. Es geht um etwas Grundsätzlicheres. Wenn Regeln nur dann gelten, wenn sie bequem sind, verlieren sie ihre Wirkung. Wenn man bei bekannten Gesichtern wegschaut, wird aus Fairness schnell Gewohnheitsrecht. Und wenn die Stadt schweigt, spricht dieses Schweigen lauter als jedes Plakat. Demokratie braucht keine Sonderrechte. Sie braucht gleiche Regeln – und den Mut, sie auch durchzusetzen. Für alle. Ohne Ausnahme. Ohne Ansehen der Person. Denn wer heute bei A0-Plakaten wegschaut, schaut morgen vielleicht auch bei wichtigeren Dingen weg. Und genau das sollte uns in Schongau mehr zu denken geben. Hans Rehbehn
von Hans Rehbehn 6. Februar 2026
Der Wahlkampf geht in seine entscheidende Phase. In den kommenden Wochen wird viel gesagt werden. Viel versprochen. Viel gefordert. Und manches davon wird laut, zugespitzt oder bewusst vereinfacht sein. Gerade deshalb ist es mir wichtig, einmal innezuhalten und zu fragen: Was zählt jetzt wirklich – und was nicht? Was jetzt nicht zählt Nicht jede Forderung, die gut klingt, ist auch gut gemacht. Nicht jedes schnelle Versprechen hält einer ehrlichen Prüfung stand. Und nicht jede laute Stimme hat automatisch die besseren Lösungen. Was jetzt nicht hilft: • Wunschzettel ohne Finanzierung • Aktionismus ohne Plan • Schlagzeilen statt Substanz Kommunalpolitik ist kein Wettbewerb um die besten Parolen. Sie ist Verantwortung für konkrete Entscheidungen – oft mit langfristigen Folgen. Was jetzt zählt Was wir jetzt brauchen, ist aus meiner Sicht etwas anderes: 1. Klarheit statt Illusionen Wir müssen ehrlich sagen, was möglich ist – und was nicht. Gerade bei Finanzen, Infrastruktur und Pflichtaufgaben. Wer alles verspricht, sagt am Ende niemandem die Wahrheit. 2. Prioritäten statt Überforderung Nicht alles kann gleichzeitig angegangen werden. Gute Politik setzt Schwerpunkte und erklärt sie. Sie entscheidet bewusst – auch wenn das bedeutet, manches zu verschieben. 3. Erfahrung statt Experimentierfreude Erfahrung ist kein Selbstzweck. Aber sie hilft, Fehler zu vermeiden. Sie hilft einzuschätzen, welche Folgen Entscheidungen haben – nicht nur heute, sondern in fünf oder zehn Jahren. 4. Verlässlichkeit statt Lautstärke Gerade in schwierigen Zeiten brauchen Stadt und Landkreis Menschen, auf die man sich verlassen kann. Nicht jede Entscheidung muss gefallen – aber sie muss nachvollziehbar und ehrlich sein. Warum ich genau dafür kandidiere Ich trete erneut für den Stadtrat in Schongau an und kandidiere zusätzlich für den Kreistag, weil ich überzeugt bin: Jetzt ist nicht die Zeit für große Worte. Jetzt ist die Zeit für einen klaren Kurs. Ich stehe für: • ruhige, sachliche Entscheidungen • transparente Abläufe • und eine Politik, die erklärt, statt zu beschönigen Ich verspreche keine Wunder. Aber ich verspreche, Verantwortung ernst zu nehmen – für Schongau und für den Landkreis. Ein Wort zum Schluss In den kommenden Wochen wird es viele Stimmen geben. Meine ist vielleicht nicht die lauteste. Aber sie ist eine verlässliche. Was jetzt zählt, ist Vertrauen. Und was nicht zählt, sind schnelle Effekte ohne Substanz. Hans Rehbehn Kandidat für den Stadtrat Schongau und den Kreistag Weilheim-Schongau
von Hans Rehbehn 5. Februar 2026
Schon lange vor Konzertbeginn füllte sich das Ballenhaus Schongau. Menschen begrüßten sich, suchten ihre Plätze, warfen einen Blick ins Programmheft. Man spürte diese besondere Mischung aus Vorfreude und Neugier: auf gute Musik – und auf einen Abend, der mehr sein sollte als ein gewöhnliches Konzert. Als schließlich kein Platz mehr frei war, war klar: Das Neujahrskonzert des Tropfen e.V. trifft einen Nerv. Viele Gäste kommen seit Jahren, andere waren zum ersten Mal dabei. Was alle verband, war die Bereitschaft, Musik zu genießen und gleichzeitig etwas für andere zu tun. Klassischer Auftakt mit feinem Gespür Den musikalischen Beginn gestaltete das Ensemble Best of Five des Bundespolizeiorchester München. Konzentriert, präzise und zugleich sehr lebendig führten die Musiker durch ein anspruchsvolles Programm der Bläserkammermusik. Mit Auszügen aus den „6 Bagatellen für Bläserquintett“ von György Ligeti zeigte sich gleich zu Beginn, wie spannend und pointiert zeitgenössische Musik klingen kann. Mal verspielt, mal kantig, immer auf den Punkt. Die Pavane von Gabriel Fauré brachte anschließend eine ruhige, fast schwebende Stimmung in den Saal – ein Moment zum Durchatmen. Danach folgten Auszüge aus der Carmen-Suite von Georges Bizet: temperamentvoll, farbig, mit viel Ausdruck. Spätestens bei Habanera und Les Toréadors war das Publikum hörbar dabei. Dass klassische Bläsermusik keineswegs trocken sein muss, zeigte der Abschluss des ersten Teils mit modernen Arrangements – unter anderem Let me entertain you von Robbie Williams. Der Applaus fiel entsprechend herzlich aus. Nach der Pause: Groove, Energie und Begeisterung Nach der Pause änderte sich die Stimmung – nicht der Anspruch, aber der Charakter des Abends. Chops4five übernahm die Bühne und brachte Jazz, Funk und Pop ins Ballenhaus. Mit Klassikern wie Chameleon und Cantaloupe Island von Herbie Hancock oder All Blues von Miles Davis verwandelte sich der Saal fast in einen Jazzclub. Köpfe nickten im Takt, Füße wippten, spontane Zurufe und Zwischenapplaus waren keine Seltenheit. Auch moderne Titel fanden ihren Platz: Bearbeitungen von Hello (bekannt durch Adele), Back to Black von Amy Winehouse oder A Sky Full of Stars von Coldplay zeigten eindrucksvoll, wie vielseitig Bläsermusik sein kann. Selbst Aerials von System of a Down funktionierte – kraftvoll, überraschend und eindrucksvoll. Die Begeisterung im Saal war spürbar. Lang anhaltender Applaus, lachende Gesichter und dieses seltene Gefühl, dass wirklich alle mitgenommen wurden. Musik hören – und gemeinsam helfen So locker und mitreißend der Abend war, so ernst ist der Hintergrund. Der Tropfen e.V. hilft Kindern, Jugendlichen und Familien aus dem Landkreis Weilheim-Schongau, die unverschuldet in Not geraten sind. Schnell, direkt und ohne lange bürokratische Wege – genau dort, wo andere Hilfesysteme oft nicht greifen oder zu spät kommen. Dass diese Arbeit wichtig ist, zeigte sich an diesem Abend nicht nur in Worten, sondern ganz praktisch. Am Ausgang füllten sich die Spendenkörbe. Viele Gäste blieben noch stehen, suchten das Gespräch, wollten mehr über den Verein erfahren oder einfach ein paar persönliche Worte dalassen. Das Ergebnis: eine sehr erfreuliche Spendensumme von 1500.- Euro, die vollständig der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Not zugutekommt. Dank und Ausblick Ein solcher Abend ist nur möglich, wenn viele zusammenhelfen. Dank gilt der Stadt Schongau für die Bereitstellung des Ballenhauses, dem Landkreis Weilheim-Schongau für die Unterstützung bei Plakaten und Postversand, allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern – und ganz besonders den Musikerinnen und Musikern, die ohne Gage auftraten und ihre Kunst in den Dienst der guten Sache stellten. Als die letzten Töne verklungen waren und sich das Ballenhaus langsam leerte, blieb dieses warme Gefühl zurück: einen schönen Abend erlebt zu haben – und gemeinsam etwas bewirkt zu haben. Oder, wie es ein Gast beim Hinausgehen sagte: „Das war Musik, die richtig gut getan hat – für die Ohren und fürs Herz.“ Hans Rehbehn Vorsitzender Tropfen e.V.
von Hans Rehbehn 27. Januar 2026
2026 ist ein Wahljahr. Aber vor allem ist es ein Jahr, in dem wichtige Entscheidungen anstehen – Entscheidungen, die unseren Alltag ganz konkret betreffen. Nicht abstrakt, nicht irgendwann, sondern hier bei uns im Landkreis Weilheim-Schongau. Dabei geht es nicht um Schlagzeilen oder große Ankündigungen. Es geht um Weichenstellungen , die darüber entscheiden, wie gut unsere Region in den kommenden Jahren funktioniert. 1. Finanzen: Ehrlich bleiben – handlungsfähig bleiben Die finanzielle Lage im Landkreis wird nicht einfacher. Steigende Ausgaben, Pflichtaufgaben, Investitionen in Krankenhäuser, Schulen und Infrastruktur – all das muss solide finanziert werden. 2026 wird entscheidend sein, wie wir Prioritäten setzen: Was ist notwendig? Was ist sinnvoll? Und was müssen wir vielleicht verschieben? Mir ist wichtig, dass wir ehrlich bleiben. Ein ausgeglichener Haushalt ist kein Selbstzweck – er ist die Voraussetzung dafür, dass wir auch in Zukunft gestalten können. 2. Gesundheit: Versorgung sichern, nicht zerreden Die medizinische Versorgung im Landkreis ist ein zentrales Thema. Krankenhäuser, ambulante Strukturen, Pflegeangebote – all das betrifft viele Familien direkt. Hier braucht es keine Schnellschüsse, aber auch kein Wegducken. Was es braucht, sind klare Zahlen, transparente Entscheidungen und langfristige Konzepte, die die Versorgung sichern, ohne die Kommunen zu überfordern. 3. Mobilität: Vernetzen statt versprechen Ob Bus, Bahn oder individuelle Lösungen im ländlichen Raum – Mobilität bleibt eines der großen Themen im Landkreis. Die Diskussion um die Fuchstalbahn zeigt, wie komplex solche Entscheidungen sind. Es geht nicht um „dafür oder dagegen“, sondern um tragfähige Konzepte, die Nachfrage, Kosten und Nutzen realistisch bewerten. Auch hier gilt: Vernunft schlägt Symbolpolitik. 4. Bildung, Jugend und Ehrenamt: Zukunft entsteht vor Ort Schulen, Jugendarbeit, Vereine und Ehrenamt sind keine Randthemen. Sie entscheiden darüber, ob Menschen bleiben, sich engagieren und Verantwortung übernehmen. 2026 wird wichtig sein, wie wir: • Schulen weiterentwickeln, • Jugendarbeit stärken, • Ehrenamt entlasten statt überfordern. Diese Themen werden oft leise behandelt – sind aber entscheidend für den Zusammenhalt unserer Region. 5. Stadt und Landkreis zusammendenken Viele Entscheidungen fallen auf Kreisebene, wirken aber direkt in die Städte und Gemeinden hinein. Deshalb bin ich überzeugt: Stadt- und Kreispolitik dürfen nicht getrennt gedacht werden. Schongau braucht im Kreistag Stimmen, die die örtlichen Realitäten kennen – und gleichzeitig das große Ganze im Blick behalten. Mein Anspruch Ich kandidiere, weil ich mich genau hier einbringen möchte: • sachlich, • ruhig, • verlässlich, • und ohne parteipolitisches Getöse. 2026 wird kein Jahr für einfache Antworten. Aber es kann ein Jahr für kluge Entscheidungen werden – wenn wir sie gemeinsam verantwortungsvoll angehen. Hans Rehbehn Kandidat für den Stadtrat Schongau und den Kreistag Weilheim-Schongau
von Hans Rehbehn 27. Januar 2026
Es war still in Schongau. Sehr still. Die Straßen leer, die Fenster dunkel, selbst die Demokratie schien sich noch einmal im Schlaf umzudrehen. Doch dann geschah es: Ein Plakat hing. Nicht morgen. Nicht pünktlich. Sondern eine halbe Stunde zu früh. Was für die meisten Menschen schlicht niemand bemerkt hätte – schließlich schläft man um diese Uhrzeit gewöhnlich –, war für andere ein Ereignis von historischer Tragweite. Denn genau in dieser Nacht waren sie unterwegs: die selbsternannten Hüter von Recht, Ordnung und Sekundenzeiger. Ausgerüstet mit Stirnlampe, moralischem Kompass – und offenbar bestens funktionierenden Nachtsichtgeräten – durchstreiften sie Schongau. Wachsam. Konzentriert. Entschlossen. 🕵️‍♂️🌙 Da hing es also. Ein Plakat. Dreißig Minuten vor der erlaubten Zeit. Es wurde nicht gezögert. Es wurde gezählt. Nicht Schafe. Nicht Sterne. Sondern Erbsen. 🫛 Noch bevor der erste Vogel überhaupt daran dachte zu zwitschern, war alles erledigt: fotografiert, dokumentiert, gemeldet, angeprangert. Recht und Ordnung mussten schließlich verteidigt werden – auch nachts. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, diese eine nächtliche Stunde sei wahlentscheidend. Als würde sie über Mehrheiten, Richtungen oder gar über das Schicksal der Stadt entscheiden. Tut sie natürlich nicht. Aber während andernorts über Inhalte, Ideen und Lösungen gesprochen wird, diskutierten wir in Schongau kurz darüber, ob ein Plakat um fünf oder um sechs Uhr hängt. Wahlkampf mit der Stoppuhr statt mit Argumenten. Verstehen wir uns nicht falsch: Regeln sind wichtig. Fairness auch. Aber politische Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch nächtliche Erbsenzählerei. Sie entsteht durch Haltung, durch Inhalte, durch den Willen zu gestalten. Als der Morgen anbrach, hingen die Plakate immer noch. Die Stadt wachte auf. Und die wirklich wichtigen Themen warteten geduldig darauf, wieder im Mittelpunkt zu stehen. Vielleicht ist das die eigentliche Lehre dieser kleinen Geschichte: Wahlkampf sollte mit Ideen beginnen – nicht mit der Frage, wer nachts am besten sieht. Schongau schläft nie. Aber manchmal wäre ein bisschen Gelassenheit kein Regelverstoß. Der Morgen danach Oder: Wenn der Tag heller ist als die Aufregung Der Morgen kam zuverlässig. Wie immer. Die Sonne ging auf, der Kaffee lief durch, Schongau erwachte – und siehe da: Die Welt stand noch. Die Demokratie auch. Die Plakate hingen immer noch. Unauffällig. Still. Ganz ohne revolutionäre Ausstrahlung. Niemand rannte panisch durch die Straßen. Kein Wähler änderte über Nacht seine Meinung. Keine Mehrheiten kippten, nur weil ein Stück Pappe eine halbe Stunde zu früh am Laternenmast befestigt war. Dafür war die Aufregung plötzlich sehr wach. Heller als die Morgensonne. Geteilt, kommentiert, interpretiert. Man sprach weniger über Inhalte als über Uhrzeiten. Weniger über Ideen als über Minuten. Weniger über Zukunft als über Fristen. Währenddessen warteten sie geduldig: die echten Aufgaben einer Stadt. Finanzen. Vereine. Ehrenamt. Bezahlbarer Wohnraum. Eine funktionierende Infrastruktur. Sie standen da wie immer – unbeachtet, weil sie sich nicht mit einer Stoppuhr messen lassen. Der Morgen danach zeigte vor allem eines: Nächtliche Empörung verliert im Tageslicht erstaunlich schnell an Dramatik. Was nachts wie ein Skandal wirkt, ist am Vormittag oft nur noch… Erbsenzählerei. Vielleicht ist das die eigentliche Erkenntnis: Wahlkampf gewinnt man nicht mit Nachtsichtgeräten, sondern mit klaren Ideen. Nicht mit Meldungen, sondern mit Lösungen. Und während sich manche noch fragen, ob diese eine Stunde nicht doch wahlentscheidend gewesen sein könnte, wissen die meisten längst: Entscheidend ist, was man tagsüber zu sagen hat. Der Morgen danach war ruhig. Fast langweilig. Aber vielleicht ist genau das ein gutes Zeichen. Hans Rehbehn
von Hans Rehbehn 19. Januar 2026
Wenn wir über Schongau sprechen, reden wir oft über Bauprojekte, Haushaltszahlen, Verkehr oder Zukunftspläne. Das ist wichtig – keine Frage. Aber was unsere Stadt im Innersten zusammenhält, sind nicht Beschlüsse oder Konzepte. Es sind Menschen. Menschen, die Verantwortung übernehmen. Ehrenamtlich. Still. Verlässlich. Ohne Ehrenamt wäre Schongau nicht das, was es heute ist. Kein lebendiger Sport. Keine kulturelle Vielfalt. Keine Jugendarbeit. Kein soziales Netz, das auffängt, wenn es schwierig wird. Ehrenamt kenne ich nicht aus der Theorie Ich schreibe das nicht aus der Distanz eines politischen Beobachters. Ich schreibe aus eigener Erfahrung. Ich bin Vorsitzender des Tropfen e. V., bin im Teamvorstand des Kulturvereins LiccAmbra, bin Referent für Kommunikation beim TSV Schongau, Referent für Vereine und Sport der Stadt Schongau und Mitglied in weiteren Vereinen. Ich weiß, wie viel Organisation, Verantwortung und manchmal auch Geduld Ehrenamt verlangt. Ich weiß aber auch, wie viel Sinn, Gemeinschaft und Stolz daraus entstehen kann. Ehrenamt ist kein Hobby. Es ist oft ein zweiter Alltag – neben Beruf, Familie und eigenen Verpflichtungen. Ehrenamt ist kein Selbstläufer Viele Vereine stehen heute vor großen Herausforderungen: • Die Aufgaben werden komplexer. • Die Bürokratie nimmt zu. • Nachwuchs zu gewinnen wird schwieriger. • Verantwortung lastet oft auf wenigen Schultern. Das höre ich nicht nur in Gesprächen – ich erlebe es selbst. Und genau deshalb reicht es nicht, das Ehrenamt nur zu loben oder einmal im Jahr auf die Bühne zu bitten. Ehrenamt braucht Unterstützung, die im Alltag ankommt. Was heißt das konkret? Aus meiner Sicht braucht es vor allem vier Dinge: 1. Wertschätzung, die ernst gemeint ist Nicht nur Applaus, sondern echtes Interesse an den Anliegen der Vereine. 2. Verständliche und verlässliche Rahmenbedingungen Klare Ansprechpartner, einfache Verfahren, transparente Fördermöglichkeiten. 3. Frühzeitige Einbindung Vereine sollten nicht erst informiert werden, wenn Entscheidungen gefallen sind. 4. Dialog auf Augenhöhe Ehrenamtliche sind keine Bittsteller – sie sind tragende Säulen unserer Stadtgesellschaft. Meine Rolle als Stadtrat – und darüber hinaus Als Stadtrat setze ich mich dafür ein, dass Vereine in Schongau gehört werden und dass ihre Arbeit die Unterstützung bekommt, die sie verdient. Nicht ideologisch. Nicht parteipolitisch. Sondern pragmatisch und lösungsorientiert. Und als künftiger Kreisrat möchte ich dazu beitragen, dass auch auf Landkreisebene klar bleibt: Ehrenamt ist kein Randthema – es ist ein zentraler Bestandteil unserer Region, gerade im ländlichen Raum. Mein Angebot Jeder Verein in Schongau kann mich ansprechen. Nicht nur im Wahlkampf. Nicht nur bei offiziellen Terminen. Sondern jederzeit – mit Fragen, Sorgen, Ideen oder auch Kritik. Ich höre zu. Ich nehme mit. Und ich versuche, Dinge weiterzubringen. Weil ich überzeugt bin: Gute Kommunalpolitik entsteht dort, wo Menschen miteinander reden – nicht übereinander. Ehrenamt ist Haltung Ohne Ehrenamt kein Miteinander. Ohne Vereine keine lebendige Stadt. Ohne Engagement keine Zukunft. Dafür stehe ich. Dafür engagiere ich mich – ehrenamtlich und politisch. Und dafür bitte ich um Vertrauen. Hans Rehbehn Stadtrat Schongau Kandidat für den Kreistag Weilheim-Schongau